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Nichtfinanzielle Berichterstattung: Vergleichende Darstellung des Umsetzungsstandes der EU-Richtlinie anhand ausgewählter Unternehmen in Österreich, Deutschland und der Schweiz

Zeitraum: April - Dezember 2020
Kontakt: Maria Lipp, BSc MSc

Das Thema der Nachhaltigkeit hat nicht zuletzt durch Greta Thunberg einen neuerlichen Aufschwung erfahren. Die Gesellschaft fordert nachhaltiges Wirtschaften von Unternehmen und möchte dafür transparente Informationen. Die Wichtigkeit des nachhaltigen Handelns spiegelt sich auch bei Investitionsentscheidungen wider: die klassischen finanziellen Kennzahlen sind nicht mehr der ausschließliche Grund für ein Investment. Vielmehr verspricht man sich von nichtfinanziellen Indikatoren weitere Aussagen über den langfristigen Wert eines Unternehmens.

Im Jahr 2014 haben die Mitgliedstaaten der EU eine Richtlinie zur Erweiterung der Berichterstattung von großen, kapitalmarktorientierten Unternehmen, Kreditinstituten, Finanzdienstleistungsinstituten und Versicherungsunternehmen beschlossen. Diese NFI (non-financial information)-Richtlinie ist in Österreich seit 2017 verpflichtend für kapitalmarktorientierte Unternehmen im Rahmen des Nachhaltigkeits‐ und Diversitätsverbesserungsgesetzes (NaDiVeG) umzusetzen. Konkret bedeutet das, dass kapitalmarktorientierte Unternehmen neben dem Lagebericht auch eine nichtfinanzielle Erklärung oder einen gesonderten nichtfinanziellen Bericht zu veröffentlichen haben.

Mit der NFI-Richtlinie möchte man in der EU einen einheitlichen Standard und gesetzliche Mindestanforderungen in der Nachhaltigkeitsberichterstattung erreichen. Inwieweit die NFI-Richtlinie nach drei Jahren umgesetzt wurde, galt es im Zuge dieses Projektes festzustellen. Dabei wurden für dieses Projekt die Geschäfts- bzw. Nachhaltigkeitsberichte der ATX Prime Unternehmen, der DAX30 Unternehmen sowie der SMI-Unternehmen der Jahre 2017-2019 herangezogen. Die SMI-Unternehmen der Schweiz wurden analysiert, um aufzuzeigen, welche Standards in der nichtfinanziellen Berichterstattung außerhalb der Mitgliedsstaaten der EU existieren.

 

Die Berichte wurden von den Projektmitgliedern ausgewertet, daraus können folgende ausgewählte Kernaussagen abgeleitet werden:

Für Österreich ergab die Analyse, dass bereits 2017 knapp die Hälfte der ATX Prime Unternehmen einen eigenen nichtfinanziellen Bericht aufgestellt haben. 2018 und 2019 ist die Prozentzahl der Unternehmen, die einen separaten nichtfinanziellen Bericht aufstellten, auf ungefähr 60% gestiegen.

In Deutschland berichten sämtliche Unternehmen umfangreich über die gesetzlichen Belange Umwelt, Arbeitnehmer*innen und Soziales, Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung.

Für die Schweiz ergab die Untersuchung, dass die überwiegende Mehrheit trotz fehlender Gesetzgebung einen nichtfinanziellen Bericht veröffentlicht. Mehr als die Hälfte der analysierten Unternehmen haben im Jahr 2019 einen separaten nichtfinanziellen Bericht veröffentlicht.

 

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass sich die nichtfinanzielle Berichterstattung über die Jahre hinweg in allen drei Ländern eindeutig verbessert hat. Bei allen analysierten Unternehmen ist im Jahr 2019 eine deutliche inhaltliche Verbesserung gegenüber dem Jahr 2017 zu erkennen.

Es zeigt sich, dass Nachhaltigkeit für Unternehmen berichtenswert ist. Nicht nur in quantitativer Hinsicht wurde dem Thema mehr Beachtung geschenkt, sondern auch in qualitativer Hinsicht.

 

Studien:

Nichtfinanzielle Berichterstattung in Österreich: Eine vergleichende Darstellung der letzten drei Jahre der ATX Prime Unternehmen in Österreich

Nichtfinanzielle Berichterstattung in Deutschland: Eine vergleichende Darstellung der letzten drei Jahre der DAX30 Unternehmen in Deutschland

Nichtfinanzielle Berichterstattung – Eine vergleichende Darstellung der letzten drei Jahre anhand ausgewählter Unternehmen in der Schweiz

 

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