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Unternehmen und Hochschulen der Zukunft: keine Gebäude, sondern Mindset

Bereits zum zweiten Mal veranstaltete die FH CAMPUS 02 von 25. bis 27. April die International Days, diesmal unter dem Motto “Research.Teaching.Practice“. Das Ziel war, eine Plattform für den intensiven Erfahrungsaustausch zwischen internationalen Gästen, LektorInnen, Studierenden und AbsolventInnen aber auch KooperationspartnerInnen in den Bereichen Forschung, Lehre und Praxis zu schaffen. Geladen waren zehn hochkarätige ExpertInnen aus acht verschiedenen Nationen.

In der voll besetzten Aula der Fachhochschule präsentierten im Rahmen der abendlichen Vernetzungsveranstaltung am 25. April drei herausragende Referenten aus UK, Deutschland und der Schweiz ihre Gedanken zur Zukunft in Hochschulen und Unternehmen. Zudem stellten Studierendengruppen des Masterstudiengangs Innovationsmanagement die Projektergebnisse ihrer Lehrveranstaltung “Innovation Manöver” vor. Aufgabe war es, neue Produktideen und Geschäftsmodelle zum Thema „Papier“ zu entwickeln.

Hochschulen und Industrie – Internationalisierung einer strategischen Partnerschaft

Partnerschaften zwischen Hochschulen und Unternehmen existieren bereits seit langem. Zunächst hauptsächlich durch geographische Nähe geprägt, ist in den letzten Jahren jedoch eine steigende Internationalisierung zu beobachten, die auch das hochschulische Umfeld prägt. Gleichzeitig hat sich jedoch aber auch das traditionelle Umfeld der Industrie verändert, wie Dr. Vito Veneziano, University of Hertfordshire, UK in der ersten Keynote erläuterte.

Der Bedarf nach Dienstleistungen und Informationen wächst stetig. Gefördert durch internationale Mobilitäten in Lehre und Forschung sowie getrieben durch die globale Digitalisierung wird an Hochschulen in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen ein „Wissens-Inkubator“ geschaffen, in dem Diversität ein Asset ist und in dem vor allem die unterschiedlichen Herangehensweisen der internationalen Studierenden und ForscherInnen an Aufgabenstellungen einen Mehrwert für Unternehmen und somit auch für die Gesellschaft darstellen. Den engen Wissensaustausch zwischen Studierenden und Unternehmen über Ländergrenzen hinweg zu intensivieren, wird somit eine der Hauptaufgaben der Hochschulen der Zukunft sein.

Vito Veneziano

 

 

 

 

 

 

Motivation 4.0 – Leading the next Generation

Wie kann man die Generation der sogenannten Millenials, d.h. die zwischen 1985 und 2000 Geborenen, am besten führen? Welche modernen Führungskonzepte hierzu Lösungen bieten, erklärte Dr. Daniel van Ackern, Peak Potential Consulting, Deutschland in seinem Vortrag.

Millenials sind in einem sehr behüteten Umfeld großgeworden (Stichwort: Helicopter-Eltern), in dem sie verwöhnt, gefördert und gelobt wurden. Aufgewachsen in einer Zeit, in der eine positive Selbstdarstellung durch viele „Likes“ in den sozialen Netzwerken wichtig ist, sind die Digital Natives zudem den immer neuen Reizen unserer Informationsgesellschaft ausgesetzt. Andererseits leben sie heute in einer Welt, in der es kaum Stabilität gibt, in der ein Vorausplanen unmöglich ist und die vom globalem Wettbewerb und von Umweltveränderungen geprägt ist. D.h. Millenials müssen kreativ sein und ständig Neues lernen, möchten aber in ihrem Tun auch etwas bewirken. Diese Bedürfnisse und Rahmenbedingungen erfordern einen entsprechenden Führungsstil, der diesen Rechnung trägt. Moderne Führungskräfte müssen daher umdenken und sich als Guide, Mentor, Facilitator, Coach und Promotor verstehen. Dazu gehört u.a. Millenials sinnvolle Arbeitsziele zu setzen, Input zu erlauben sowie Feedback und Lob zu geben. Wichtig ist es auch, ihre Erwartungen zu kennen und darauf basierend, Weiterentwicklungsmöglichkeiten und Incentives anzubieten. Flexibilität in der Arbeitswelt sowie die Möglichkeit der sozialen Interaktion innerhalb von Arbeitsteams runden die Bedürfnisse der neuen Generation ab.

Daniel van Ackern

 

 

 

 

 

 

Die Kunst, die eigene unternehmerische Zukunft immer wieder neu zu erfinden

Raphael Gielgen, VITRA GmbH, Switzerland zeigte in der letzten Präsentation der Abendveranstaltung, Ansätze und Ideen auf, um die Welt in ihrer Gleichzeitigkeit, Vielfalt und Komplexität zu erfassen und zu begreifen.

Wenn die Industrielle Ökonomie in ihrer Komplexität einem Brettspiel wie „Mensch ärgere Dich nicht“ gleicht, so ist die vor uns liegende Ökonomie mit der modernen Art des Gaming zu vergleichen und zeigt auf, dass eine neue Realität unseren Alltag bestimmen wird. Unternehmen, aber auch Hochschulen, müssen sich erneuern, damit sie in dieser neuen Realität bestehen können. Das, was uns heute als Werkzeuge, Methoden und Ideen zur Verfügung steht, kann morgen schon an Wirksamkeit verlieren. Wer jedoch die Trends und die damit verbundenen kulturellen Veränderungen der neuen Realität kennt, kann Zukunftsbilder entwickeln, die allen AkteurInnen Orientierung geben. Es geht somit darum, vorauszudenken und so die Welt von Morgen zu gestalten, sich neu zu erfinden und aus vermeintlichen Unsicherheiten Opportunitäten zu machen und die Zukunft, als einen Raum voller Möglichkeiten zu begreifen.

Raphael Gielgen

 

 

 

 

 

 

Somit zeigen alle drei Vorträge eins:

Unternehmen, aber auch Hochschulen von morgen, sind nicht nur Strukturen und Gebäude, sondern es geht vielmehr darum, gemeinsam mit MitarbeiterInnen und Studierenden ein Umfeld zu gestalten und ein Mindset zu vermitteln, das uns fit für die Zukunft macht.

 

 

 

 

 

 

 

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