Im Rahmen unserer „Absolvent des Monats“-Reihe berichtet Christian Fürnschuß diesmal über sein berufsbegleitendes Studium Marketing & Sales, seinen Karriereweg vom Sales Manager bis zum Group Director National Supply Chain Management AT bei HOFER sowie die Bedeutung von praxisnaher Ausbildung, Digitalisierung und resilienten Lieferketten im Lebensmitteleinzelhandel.

Was hat dich dazu bewogen, dich für das Studienangebot Marketing & Sales an der FH CAMPUS 02 zu entscheiden?
Für mich war die Kombination aus wissenschaftlicher Ausbildung und praxisnaher Vermittlung der Inhalte ausschlaggebend. Das Studium bot die Möglichkeit, Marketing und Vertrieb ganzheitlich zu betrachten und das Gelernte aufgrund meines berufsbegleitenden Studiums direkt in den beruflichen Alltag zu übertragen. Besonders überzeugt haben mich die enge Verbindung zur Wirtschaft sowie die praxisorientierte Ausrichtung der FH CAMPUS 02.
Kannst du uns von einer besonderen Erinnerung oder einem Highlight aus deiner Studienzeit berichten?
Ein absolutes Highlight und bis heute eine besonders schöne Erinnerung sind die Kennenlerntage in Eisenerz. Dort trafen unterschiedlichste Persönlichkeiten, die sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht kannten, aufeinander – von jungen Schulabgänger*innen bis hin zu erfahrenen Berufstätigen – und starteten damit die gemeinsame Reise an der FH CAMPUS 02. Neben vielen lustigen, aber auch herausfordernden Momenten im Studium war für mich vor allem das besondere Miteinander und der Zusammenhalt innerhalb des Jahrgangs prägend. Daraus sind nicht nur wertvolle Kontakte, sondern auch langjährige Freundschaften entstanden.
Welche Fähigkeiten oder Kenntnisse, die du im Studium erworben hast, haben dir in deiner beruflichen Laufbahn am meisten weitergeholfen?
Besonders wertvoll waren für mich die Fähigkeit, Zusammenhänge ganzheitlich zu betrachten, strategisch zu denken und komplexe Sachverhalte strukturiert zu analysieren. Darüber hinaus haben mir die praxisnahen Projekte und Beispiele, die Arbeit in Teams sowie die Präsentations- und Kommunikationskompetenzen in meiner weiteren Karriere sehr geholfen. Viele der im Studium vermittelten Methoden begleiten mich bis heute bei strategischen Entscheidungen und Veränderungsprozessen.
Wie sah dein beruflicher Werdegang nach dem Abschluss aus? Welche Stationen hast du durchlaufen?
Bereits während meines Studiums war ich als Sales Manager bei der KNAPP AG tätig. Nach Abschluss meines Studiums wechselte ich zur HOFER KG und startete dort als Regionalverkaufsleiter. In weiterer Folge durfte ich den österreichweiten Rollout des Backbox-Konzepts mitgestalten und übernahm anschließend als Prokurist Verantwortung in den Bereichen Filialexpansion und Verkauf. Danach führte mich mein Weg in den Einkauf, wo ich als Group Director im Einkauf tätig war. Heute verantworte ich als Group Director National Supply Chain Management die operativen Supply-Chain-Bereiche in Österreich sowie auch Aufgaben für Slowenien, die Schweiz, Ungarn und Italien.
Welche Rolle spielt Supply Chain Management bei HOFER im täglichen Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel?
Supply Chain Management ist ein entscheidender Erfolgsfaktor im Lebensmitteleinzelhandel. Unsere Aufgabe besteht darin, Waren zur richtigen Zeit, in der richtigen Menge und in der gewünschten Qualität verfügbar zu machen. Gleichzeitig müssen wir höchste Effizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette sicherstellen. Gerade in einem stark preisgetriebenen Marktumfeld trägt eine leistungsfähige Supply Chain wesentlich dazu bei, Kund*innen ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis und eine hohe Warenverfügbarkeit zu bieten.
Wie wirken sich geopolitische Unsicherheiten (z. B. Handelskonflikte, Energiepreise oder Lieferengpässe) aktuell konkret auf die Anforderungen an Logistik und Warenverfügbarkeit bei HOFER aus?
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig Flexibilität und Resilienz in globalen Lieferketten geworden sind. Geopolitische Entwicklungen, volatile Energiepreise oder internationale Lieferengpässe erhöhen die Anforderungen an Planung, Risikomanagement und Reaktionsgeschwindigkeit. Für uns bedeutet das, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen, Szenarien zu entwickeln und unsere Prozesse laufend anzupassen, um die Warenversorgung unserer Kund*innen auch in herausfordernden Zeiten sicherzustellen.
Inwiefern hat sich eure Lieferantenstrategie bei HOFER in den letzten Jahren verändert – beispielsweise im Hinblick auf Resilienz, Kostenstruktur oder regionale Beschaffung?
Die Anforderungen an Lieferantenpartnerschaften haben sich deutlich verändert. Neben Wettbewerbsfähigkeit und Qualität stehen heute Themen wie Versorgungssicherheit, Flexibilität und nachhaltige Zusammenarbeit stärker im Fokus. Gleichzeitig geht auch um die Optimierung der Transportwege, um Risiken zu reduzieren und die Nähe zu Produzent*innen zu stärken. Ziel ist es, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Effizienz, Resilienz und langfristiger Partnerschaft zu schaffen.
Gibt es bestimmte Trends oder Entwicklungen im Bereich Marketing & Sales, die Studierende im Auge behalten sollten?
Datengetriebene Entscheidungen, Künstliche Intelligenz und die zunehmende Digitalisierung verändern Marketing und Vertrieb nachhaltig. Gleichzeitig bleibt eines unverändert: Das Verständnis für Kund*innen und deren Bedürfnisse. Wer technologische Entwicklungen mit betriebswirtschaftlichem Verständnis und einer starken Kundenorientierung verbinden kann, wird langfristig erfolgreich sein.
Wie wichtig sind deiner Meinung nach Weiterbildung und lebenslanges Lernen in diesem Berufsfeld?
Weiterbildung ist heute wichtiger denn je. Märkte, Technologien und Kundenbedürfnisse verändern sich laufend. Wer langfristig erfolgreich sein möchte, muss bereit sein, Neues zu lernen, bestehende Denkweisen zu hinterfragen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Lebenslanges Lernen ist aus meiner Sicht keine Option, sondern eine Grundvoraussetzung für nachhaltigen Erfolg.
Studierenden rate ich…
… neugierig zu bleiben, Chancen aktiv zu nutzen und sich nicht nur auf fachliche Inhalte zu konzentrieren. Das Netzwerk, das während des Studiums entsteht, ist oft genauso wertvoll wie das vermittelte Wissen. Außerdem lohnt es sich, Herausforderungen anzunehmen und auch einmal die eigene Komfortzone zu verlassen.
Auf ein paar Worte mit Christian:
Aus meiner Studienzeit besitze ich noch…
- …viele schöne Erinnerungen, wertvolle Unterlagen (Grundlagen des Marketing – Philip Kotler) und vor allem Freundschaften, die bis heute bestehen.
Wer hat dich inspiriert?
- Ich hatte das Privileg, viele Persönlichkeiten aus unterschiedlichsten Fachbereichen kennenzulernen und von deren Erfahrungen und Perspektiven zu lernen. Diese Vielfalt hat mich besonders geprägt.
Wenn ich noch einmal studieren würde, würde ich…
- …genau dieselbe Entscheidung treffen und die Zeit genauso intensiv nutzen – sowohl fachlich als auch persönlich.
Mein Studium in 4 Worten…
- Lehrreich. Herausfordernd. Freundschaften. Netzwerk.

