Mein Auslandssemester in Finnland: Lernen, Natur und neue Perspektiven

Ein Auslandssemester ist für viele Studierende ein großer Traum und auch für mich war es ein lang gehegter Wunsch. Schon lange wollte ich mein Studium mit neuen Erfahrungen verbinden, andere Kulturen kennenlernen und meinen Horizont erweitern. Mit meinem Auslandssemester in Lappeenranta, Finnland, konnte ich mir diesen Traum erfüllen. Rückblickend war es eine unglaublich bereichernde Zeit, sowohl fachlich, persönlich als auch kulturell.

Warum Finnland und Lappeenranta?

Der Wunsch nach einem Auslandssemester war schon lange da. Besonders gereizt hat mich die Idee, Bildung mit neuen kulturellen Eindrücken zu verknüpfen. Finnland faszinierte mich tatsächlich schon seit meiner Kindheit: Die Flagge, die Individualität des Landes, die zahlreichen Seen und die Ruhe, die Finnland ausstrahlt, hatten es mir angetan. Als sich dann die Möglichkeit ergab, ein Semester in Lappeenranta zu verbringen, war für mich klar, dass ist diese Chance nutzen möchte.

 

Erste Eindrücke: Ankommen und Wohlfühlen

Meine Ankunft in Lappeenranta verlief sehr herzlich. Ich wurde von meiner Tutorin direkt am Bahnhof empfangen und anschließend zu meinem Wohnheim gebracht. Das Zimmer im LOAS-Wohnheim war modern und schon nach kurzer Zeit entdeckte ich, dass ich nur drei Gehminuten vom beeindruckenden Saimaa-See entfernt wohnte. Dieser Moment zauberte mir sofort ein Lächeln ins Gesicht .

Ein kleiner Kulturschock ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Finninnen und Finnen wirken auf den ersten Blick sehr zurückhaltend. Ein freundliches Lächeln wird nicht immer sofort erwidert. Doch mit der Zeit merkte ich, dass diese Zurückhaltung nichts mit Unfreundlichkeit zu tun hat – im Gegenteil. Sobald man sich besser kennt, sind die Menschen sehr offen und herzlich.

 

Studieren an der LAB University of Applied Sciences

Ich studierte an der LAB University of Applied Sciences, einer praxisorientierten Hochschule mit starkem Fokus auf Gruppenarbeiten und Assignments. Besonders spannend fand ich das Fach Leading and Teams, in dem wir reale Praxisfälle analysierten und eigene Forschungsfragen entwickelten. Dieses Fach war eine große Hilfe im Hinblick auf meine bevorstehende Bachelorarbeit.

Neben diesem Kurs belegte ich unter anderem Finnisch 1, Professional Reading, Digital Media und ein Fach zur Internationalisierung. Viele Kurse fanden online statt, was selbstständiges Lernen förderte und mir gleichzeitig einen Einblick in moderne digitale Lehrkonzepte ermöglichte.

Auch das Studierendenleben kam nicht zu kurz. Die Studierendenorganisation vor Ort sorgte mit Veranstaltungen wie einem Finnish Evening, gemeinsamem Zimtschneckenbacken und Saunabesuchen dafür, dass man sich schnell einlebte und Kontakte knüpfen konnte.

 

 

Wohnen, Freizeit und Reisen

Ich wohnte in einer WG mit zwei Mitbewohnerinnen aus Spanien und den Niederlanden. Eine tolle Möglichkeit, den interkulturellen Austausch auch im Alltag zu erleben.

Mein absoluter Lieblingsort in Lappeenranta war der Hafen, besonders an sonnigen Tagen. Auch die kleine Einkaufsstraße lädt zum Verweilen ein. In meiner Freizeit nutzte ich jede Gelegenheit, die Natur zu genießen, sei es beim Radfahren, Wandern oder Kajakfahren.

Ein besonderes Highlight war ein Trip zu den Lofoten in Norwegen. Außerdem besuchte ich mehrmals Helsinki, wenn ich Lust auf Großstadtflair hatte, sowie die Stadt Joensuu bei einem Tagesausflug.

 

Herausforderungen und persönliche Learnings

Natürlich lief nicht alles reibungslos. Mein Zimmer war nur spärlich eingerichtet, sodass ich vieles selbst organisieren musste, von Kochgeschirr bis zur Matratze. Eine weitere Herausforderung war der Verlust meines Laptops während eines Trips. Zwischenzeitlich arbeitete ich mit einem Leihcomputer, dessen Sprache auf Russisch eingestellt war. Diese Situation war zwar herausfordernd, aber letztlich gut zu bewältigen.

Rückblickend hätte ich gerne gewusst, dass viele Studierende deutlich jünger sind als ich. Mit 33 Jahren gehörte ich zu den reiferen Studierenden. Der Austausch war dennoch bereichernd, auch wenn gemeinsame Themen manchmal fehlten. Außerdem würde ich heute weniger Zeit am Handy verbringen und mich noch bewusster der Ruhe und Natur hingeben.

 

Mein Fazit: Warum sich ein Auslandssemester lohnt

Mein Auslandssemester in Finnland hat mir unglaublich viel gebracht: Ich konnte mein Englisch verbessern, eine neue Kultur intensiv erleben, fachlich wertvolle Inhalte mitnehmen und persönlich wachsen. Besonders die praxisnahen Kurse und digitalen Lehrformate lieferten mir wertvolle Impulse für meine zukünftige Karriere.

Für alle Studierenden der FH CAMPUS 02, die ein Auslandssemester in Erwägung ziehen, kann ich nur sagen: Traut euch! Der internationale Austausch bietet nicht nur akademische Vorteile, sondern auch Erfahrungen, die euch ein Leben lang begleiten werden.