Nachhaltige Verpackung

Wie Studierende Nachhaltigkeit an der FH CAMPUS 02 sehen — Ein Blick aus der Lehrveranstaltung Sustainability and Ethics

Wie wird Nachhaltigkeit an der FH CAMPUS 02 von den Studierenden tatsächlich wahrgenommen?  

Im Rahmen der Lehrveranstaltung Sustainability and Ethics haben Studierende diese Frage systematisch untersucht. In einer Sustainability Rally analysierten sie Infrastruktur, Prozesse und Alltagspraktiken an der FH CAMPUS 02 mit dem Ziel, Nachhaltigkeitsleistungen sichtbar zu machen und konkrete Verbesserungspotenziale aufzuzeigen. Dieser Beitrag basiert auf der Zusammenfassung des Lehrenden der Veranstaltung Rafal Fabianowicz, BA, MA, MSc, FHEA. 

Lehrinhalte, Methode und Lernziele 

Die Lehrveranstaltung ist Teil des Studienangebots des Department Marketing & Sales und verknüpfte mehrere Lernziele: Nachhaltigkeitsverständnis, Reporting-Fähigkeiten und anwendungsorientiertes Denken. Als Methode wurde Design Thinking gewählt, also empathisch beobachten, Probleme definieren, Lösungen skizzieren, prototypisch testen und reflektieren. Bildungsforschungen zeigen, dass Design Thinking Studierende befähigt, Nachhaltigkeitskompetenzen praktisch zu entwickeln und interdisziplinäre Lösungen zu erarbeiten.

 

Wo Nachhaltigkeit bereits sichtbar ist – eine solide Ausgangsbasis 

Die Analyse der Studierenden zeigt ein differenziertes Bild der Nachhaltigkeitsperformance an der FH CAMPUS 02. In mehreren Bereichen sind für die Studierenden bereits wesentliche Maßnahmen sichtbar.  

Besonders häufig wurde die Gebäudegestaltung positiv hervorgehoben. Große Fenster- und Glasflächen ermöglichen eine intensive Nutzung von Tageslicht, wodurch künstliche Beleuchtung tagsüber reduziert werden kann. Studierende bemerkten zudem, dass die Beleuchtung in den Abendstunden teilweise reduziert wird – ein Zeichen für vorhandenes Energiesparbewusstsein.  

Als langfristig strategisch bedeutsam bewerteten die Gruppen die Photovoltaikanlagen an der FH. Diese wurden als klares Bekenntnis zu erneuerbarer Energie gesehen, sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Perspektive (CO₂-Reduktion und Kostensenkung). Ergänzend wurden LED-Leuchten und bereits installierte Bewegungsmelder in Teilbereichen als positive Effizienzmaßnahmen genannt. 

Im Sinne nachhaltiger Mobilitätbetonten mehrere Gruppen die gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr mit nahegelegenen Busstationen sowie die zahlreichen Fahrradabstellplätze. Dies erleichtert eine klimafreundliche Anreise erheblich. Zudem wurde die Lage am Stadtrand als Vorteil wahrgenommen: weniger Verkehr, grüne Umgebung und eine ruhigere Lernatmosphäre. Nachhaltigkeit wurde hierbei nicht nur technisch, sondern auch atmosphärisch interpretiert. 

Positiv bewertet wurden außerdem: 

  • Getrennte Abfallsysteme für Papier, Plastik, Glas und Restmüll – das Prinzip der Mülltrennung ist etabliert und den Studierenden bekannt.  
  • Digitale Lehrmaterialien und Online-Abgaben, die den Papierverbrauch deutlich reduzieren.  
  • Die Weiternutzung eines bestehenden Gebäudes statt eines Neubaus – als ressourcenschonende Entscheidung.  
  • Raumkooperationen mit anderen Institutionen, die Flächeneffizienz und Ressourcenteilung fördern. 

Insgesamt wurde festgehalten: Die FH CAMPUS 02 „startet nicht bei null“, sondern verfügt bereits über eine nachhaltige Basis. 

 

Eine Collage zusammengestellt von Studierenden der FH CAMPUS 02, die nachhaltige kleine Entscheidungen im Alltag darstellt.
Eine von Studierenden der FH CAMPUS 02 erstellte Collage zum Thema nachhaltige Alltagsentscheidungen.

 

Wo Studierende Entwicklungspotenziale sehen 

Die von den Studierenden identifizierten operativen Handlungsfelder konzentrieren sich primär auf die Optimierung des laufenden Betriebs in verschiedenen Gebäudebereichen. Ein zentraler Aspekt ist die Lichtsteuerung in Verkehrs- und Gemeinschaftsflächen, bei der durch den verstärkten Einsatz von Sensorik und die Anpassung der Intensität an das Tageslicht ein effizienterer Energieeinsatz angestrebt wird. Parallel dazu werden im Bereich der technischen Infrastruktur Potenziale bei der Dämmung und den Heizsystemen gesehen.

Im Bereich der Gastronomie steht die Reduktion von Einwegverpackungen im Fokus, wobei der Einsatz von Mehrwegalternativen und Anreizsystemen wie „Refill & Save“ als Lösungsansatz dient.

Hinsichtlich der Innenraumgestaltung wird die Integration von Pflanzen als Maßnahme zur Verbesserung der Luftqualität und des Wohlbefindens vorgeschlagen. Ein erweitertes Nachhaltigkeitsverständnis verbindet hier ökologische Faktoren mit der visuellen Aufwertung der Lernumgebung.

 

Einordnung und Ausblick 

Abschließend zeigt sich in der Veranstaltung ein klares Bild: Nachhaltigkeit wird an der FH CAMPUS 02 bewusst wahrgenommen – differenziert, konstruktiv und mit einem geschulten Blick für Zusammenhänge. Die Studierenden erkennen vorhandene Stärken an, benennen jedoch ebenso präzise jene Bereiche, in denen durch gezielte Anpassungen zusätzliche Wirkung erzielt werden kann. 

Besonders deutlich wird dabei, dass Nachhaltigkeit für Studierende nicht allein eine Frage großer Investitionen ist. Vielmehr geht es um konsequente Betriebsoptimierung, transparente Kommunikation und die sichtbare Verankerung nachhaltiger Prinzipien im Alltag. Kleine, durchdachte Maßnahmen können eine spürbare Veränderung bewirken – sowohl ökologisch als auch in der Wahrnehmung der Hochschulgemeinschaft. 

Für die FH CAMPUS 02 ergibt sich daraus eine wertvolle Perspektive: Wenn Nachhaltigkeit nicht nur umgesetzt, sondern kontinuierlich reflektiert, weiterentwickelt und gemeinsam gestaltet wird, entsteht ein Campus, der Lernen und Verantwortung glaubwürdig miteinander verbindet. Die Sustainability Rally hat gezeigt, dass genau dieses Potenzial vorhanden ist.