Interview mit Stefanie Hatzl über das FIONA Projekt

Weltfrauentag: Interview mit Stefanie Hatzl über das FIONA Projekt

Pünktlich zum internationalen Frauentag rücken wir eine Initiative ins Rampenlicht, die Vernetzung und Wachstum für Frauen an unserer Hochschule neu definiert. Das Projekt FIONA hat sich in kurzer Zeit zu einer wichtigen Anlaufstelle entwickelt. 

Wie alles begann, welche Vision das Team verfolgt und warum der Austausch untereinander so wertvoll ist, besprechen wir heute im Interview mit Stefanie Hatzl. Sie begleitet das Projekt von Anfang an und verrät uns, was FIONA so besonders macht. 

Stefanie, schön dass du da bist. Erzähl uns doch kurz, wer du bist und was deine Rolle an der FH CAMPUS 02 ist. 

S: Ich bin F&E Koordinatorin am Department IT & Wirtschaftsinformatik und hauptsächlich für Projekte zuständig, seien es wissenschaftliche Forschungsprojekte, Umsetzungsprojekte oder Unternehmensprojekte. 

Was genau verbirgt sich hinter dem Namen „FIONA“? 

S: FrauenInitiative für Organisation, Netzwerk und Ausbildung an der FH CAMPUS 02 

Wie ist die Idee zu diesem Projekt entstanden und wann ging es offiziell los? 

S: Die Idee kam von unserer Geschäftsführerin, nachdem es einen Fördercall von LEA gab, einer Initiative des Österreichischer Fonds zur Stärkung und Förderung von Frauen und Mädchen (https://letsempoweraustria.at/). Sie wollte die Chance nutzen und vor allem die Studentinnen in den technischen Studiengängen stärken und unterstützen. Start des Projektes war am 1. April 2024. 

Wie sahen die ersten Schritte aus?  

S: Die ersten Schritte waren, motivierte Frauen aus den 3 technischen Departments ins Boot zu holen, damit wir gemeinsam ein Programm ausarbeiten. Nachdem wir das Fördergeld für das Projekt erhalten haben, haben wir uns als Team regelmäßig zusammengesetzt und gemeinsam ein detailliertes FIONA Programm ausgearbeitet und umgesetzt. (Mehr Infos zum Programm siehe https://www.campus02.at/unsere-hochschule/zentrale-services/gender-diversity-management/projekt-fiona/ 

Was wollt ihr mit FIONA konkret erreichen? Was ist die Vision dahinter? 

S: Zu Beginn ging es vor allem darum Mädchen bzw. Schülerinnen für Technik zu interessieren und Studentinnen in den technischen Studiengängen – mit Fokus auf die Studieneingangsphase – zu stärken. D.h. TechDays als Schnupperwoche für Schüler*innen, Mathematik Selbstlernkurs und Vernetzung & Empowerment u.a. mit dem Frauennetzwerk FIONA Connect und dem Mentoring-Programm. Vision dahinter ist, Mädchen und Frauen für technische Studien und Berufe zu begeistern und sie dabei zu unterstützen ihr Ausbildungsziel zu erreichen. 

Wer darf alles mitmachen? Gibt es bestimmte Voraussetzungen, oder wem würdest du die Teilnahme besonders empfehlen? 

S: Bei den Programmen für Studierende konnten anfangs nur Studentinnen und Absolventinnen der technischen Studiengänge teilnehmen. Im zweiten Jahr haben wir Programmpunkte geöffnet, z.B. Mathematik-Selbstlernkurs für alle Studierenden (egal ob männlich oder weiblich) aller Departments; im Mentoring können nun auch Studenten Mentoren sein für Studentinnen des ersten Semesters; und das FIONA Connect Neztwerktreffen haben wir – schon nach dem zweiten Termin – für alle Studentinnen unabhängig vom Department geöffnet.  

Wie viele Teilnehmerinnen machen mittlerweile schon mit? 

S: Es kommt darauf an, z.B. den Mathematik Selbstlernkurs haben schon über 370 Studierend besucht; beim FIONA Connect Netzwerktreffen waren insgesamt bereits 40 Studentinnen; und über FIONA informiert haben wir sicher schon 1.000 Personen, da wir bei Schul-, Messbesuchen und Infoveranstaltungen auch immer über das Programm informieren und Infokärtchen ausgeben. 

Wie sieht so ein FIONA Connect Treffen eigentlich aus? Wie regelmäßig finden diese Treffen statt? Wann finden die nächsten Treffen statt? 

S: Die Treffen gestalten sich unterschiedlich. Bis jetzt hatten wir 5 Treffen (d.h. pro Semester 2 Termine). Programmpunkte bis jetzt waren: Einladung von Absolventinnen aus den technischen Departments für Gespräche und Einblicke in Karrierewege nach der FH; Stadtspaziergang mit den Graz Guides; Female Leadership Workshop; Treffen und Austausch mit FAME (Programm der Uni Graz zur Förderung von Studentinnen aller Studienrichtungen (auch FH Studentinnen), Akademikerinnen in Bildungs- oder Elternkarenz sowie Alumni). 

Wo und wie kann man sich anmelden für die FIONA Connect Netzwerktreffen? 

S: Termine stehen auf der Webseite mit Anmeldelink und zusätzlich werden Einladungsmails versendet.

Was sind die nächsten geplanten Meilensteine? Wo soll FIONA in einem Jahr stehen? 

Wir haben ein Folgeprojekt eingereicht, um die FIONA Programmpunkte zu erweitern. Wir möchten 1.) multimediale, zielgruppengerechte Materialien zur Berufsorientierung entwickeln, basierend auf realen Berufsbiografien von Studentinnen und Absolventinnen in technischen Berufen; 2a.) den Mathematik Selbstlernkurs didaktisch optimiert und FH-weit integriert; 2b) Studentinnen ein begleitetes Gruppencoaching zu Selbstwirksamkeit, Karriereorientierung und Entscheidungsfindung anbieten; 2c) das Mentoringprogramm weiterentwickeln um ein Expertinnenpool von Frauen in technischen Berufen; und 3) FIONA Connect strukturell an der FH verankern. Mitarbeiterinnen, Alumni und externe Expertinnen werden eingebunden und mit regionalen Frauennetzwerken vernetzt, um Sichtbarkeit und organisationsübergreifenden Impact zu stärken. 

Hast du zum Abschluss noch eine Botschaft oder einen Rat für alle Frauen, die heute mitlesen? 

Viele Frauen denken: „Ein extra Netzwerk für Frauen? Sowas brauche ich nicht!“ Aber ganz ehrlich – gemeinsam kommt man oft weiter. Frauennetzwerke sind kein Extra, sondern Rückenwind. Also: lasst uns einander unterstützen, Erfahrungen teilen und uns gegenseitig ermutigen unseren Weg zu gehen.