Portrait von Michael Kröpfl mit einer Straße bei Nacht im Hintergrund

KI trifft Straße: so gestaltet Michael Kröpfl die Karten der Zukunft 

Wenn ein Auto die Straße selbst erkennt, Hindernisse umkurvt und die Spur hält, steckt hinter dieser scheinbar magischen Präzision jahrzehntelange Forschung – und Menschen wie Michael Kröpfl. Heute arbeitet er bei NVIDIA an KI-gestützten Karten für autonomes Fahren. Sein Weg dorthin ist ein Beispiel dafür, wie Neugier, Durchhaltevermögen und berufsbegleitendes Studieren Karrieren auf ein neues Level katapultieren können.

 

Die ersten Schritte: Technikbegeisterung trifft Praxis 

Nach der HTL startete Kröpfl bei Vexcel Imaging und arbeitete an Hochpräzisionsscannern sowie Luftbildkamera. Parallel begann er das Studium der Automatisierungstechnik an der FH CAMPUS 02. Seine Diplomarbeit drehte sich um einen Pulsmustergenerator für Bildsensoren – ein kleiner Baustein mit großer Wirkung. Später absolvierte er noch ein Telematik-Doktoratsstudium an der TU Graz. Seine Forschung führte ihn über Bing Maps bei Microsoft bis zu KI-Kartierungslösungen bei NVIDIA. 

Doch wie schafft man es, Beruf, Forschung und Studium zu vereinen – und gleichzeitig an Projekten zu arbeiten, die das autonome Fahren von morgen ermöglichen? Wir haben mit Michael Kröpfl gesprochen, der im Interview Einblicke in seinen Karriereweg, seine Motivation und seine wichtigsten Learnings gibt. 

 

Michael Kröpfl vor einem Microsoft Schild
Michael Kröpfl bei Microsoft

 

Könntest du dich kurz vorstellen und uns erzählen, was du aktuell machst?  

Mein Name ist Michael Kröpfl. Ich arbeite derzeit bei NVIDIA in einem internationalen Team an der Entwicklung von Algorithmen zur automatisierten Kartierung von Straßen für autonomes Fahren. Wir arbeiten dabei mit Partnerunternehmen wie Mercedes-Benz, General Motors, Volvo und anderen zusammen. Die Karten basieren auf Daten aus realen Fahrzeugen – sogenannten Consumer-Fleets –, also Autos, die bereits an Kund:innen verkauft wurden. Diese liefern kontinuierlich Sensordaten aus der echten Welt, z.B. von Kamera, IMU, Radar, Lidar oder GPS, aus denen wir hochpräzise, automatisch aktualisierte Karten für automatisierte Fahrfunktionen generieren. 

 

Warum hast du dich für ein Studium an der FH CAMPUS 02 entschieden?  

Das berufsbegleitende Studium war für mich die ideale Möglichkeit, neben meinem Job meine theoretischen Kenntnisse gezielt zu vertiefen. Die praxisnahe Ausrichtung und die flexible Organisation haben sehr gut zu meiner beruflichen Situation gepasst. 

 

Inwiefern hat dir das berufsbegleitende Studium geholfen, Beruf, Studium und Privatleben besser zu vereinbaren?  

Ich habe durch das Studium gelernt, meine Zeit besser zu organisieren und Prioritäten zu setzen. Die vier Jahre parallel zu Beruf und Privatleben waren zwar herausfordernd, aber rückblickend eine sehr wertvolle Erfahrung, die mich sowohl fachlich als auch persönlich weitergebracht hat. 

 

Welche Erfahrungen aus deiner Studienzeit haben dir geholfen, auf deinem beruflichen Weg voranzukommen?  

Auch wenn Automatisierungstechnik nicht direkt mein späteres Fachgebiet war, habe ich dennoch von dem breiten Überblick über unterschiedliche Disziplinen (Mathematik, Elektrotechnik, Mechanik, Wirtschaft, Recht usw.) sehr profitiert.

Dieses interdisziplinäre Wissen hilft mir bis heute dabei, Zusammenhänge besser zu verstehen und komplexe Probleme ganzheitlich zu betrachten. Besonders bereichernd war für mich auch der Austausch mit Kolleg*innen aus ganz unterschiedlichen Branchen. 

 

Gibt es bestimmte Fähigkeiten oder Qualitäten, die deiner Meinung nach für den Erfolg in deinem Bereich entscheidend sind?  

Neugier, Ausdauer und Lernbereitschaft – vor allem in einem so dynamischen Umfeld wie der KI- und Automobilbranche. Außerdem ist Teamarbeit essenziell, da viele Lösungen nur im Zusammenspiel unterschiedlichster Expertisen möglich sind. 

 

Was möchtest du Studierenden mit auf den Weg geben?  

Seid offen für neue Wege, sagt auch einmal „Ja“, wenn ihr euch (noch) nicht 100% bereit fühlt – vieles ergibt sich im Tun. Und: Bleibt dran, auch wenn es manchmal anstrengend ist. Gerade berufsbegleitend zahlt sich Durchhaltevermögen aus. 

 

Chancen nutzen, dranbleiben, Neues wagen 

Michael Kröpfl zeigt, dass es oft der Mut zum ersten Schritt ist, der Türen öffnet. Wer bereit ist, Neues auszuprobieren, auch wenn nicht alles perfekt vorbereitet ist, lernt am meisten – und kann aus Ideen echte Chancen machen. Besonders berufsbegleitend zahlt sich Durchhaltevermögen aus: Schritt für Schritt lassen sich Theorie und Praxis verbinden, Erfahrungen sammeln und Projekte gestalten, die einen direkt in die Zukunft führen. 

 

© Fotocredit Atelier Menzinger