Am 9. Februar 2026 wurde an der FH CAMPUS 02 ein bedeutender Meilenstein gesetzt: Mit einer feierlichen Eröffnung nahm das Josef-Ressel-Zentrum für Plattformen und Digitale Ökosysteme offiziell seine Arbeit auf. Vertreter*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik kamen zusammen, um den Start dieses neuen Forschungszentrums zu feiern, das sich Plattformen und digitalen Ökosystemen widmet.

Das Zentrum ist am Department Marketing & Sales angesiedelt und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET), Christian Doppler Forschungsgesellschaft (CDG) sowie den Unternehmenspartnern Raiffeisen Landesbank Steiermark, next-incubator der Energie Steiermark und der K1 Group gefördert.
Warum Plattformen und digitale Ökosysteme?
Plattformen und digitale Ökosysteme, kurz „PDE“ („platforms and digital ecosystems“), ermöglichen Interaktionen zwischen Anbieter*innen und Kund*innen, um Transaktionen zu erleichtern. Sie prägen unseren Alltag längst: Uber führt Fahrgäste und Fahrer*innen zusammen, Airbnb vermittelt Interaktionen zwischen Reisenden und Anbietern von Unterkünften und Amazon koordiniert Transaktionen zwischen Käufer*innen und Verkäufer*innen. Viele der weltweit erfolgreichsten Unternehmen basieren auf solchen Plattform- und Ökosystemmodellen. Während diese Entwicklungen in den USA und insbesondere in Asien stark vorangeschritten sind, gilt Europa in diesem Bereich noch immer als vergleichsweise zurückhaltend – ein Phänomen, das als „European Platform Gap“ bezeichnet wird.
In asiatischen Märkten ist die Entwicklung hin zu PDE bereits stärker ausgeprägt. Dort vereinen sogenannte Superapps zahlreiche alltägliche Dienste innerhalb umfassender digitaler Ökosysteme. Vor diesem Hintergrund erforscht das Josef-Ressel-Zentrum gemeinsam mit der Raiffeisen Landesbank Steiermark, dem next-incubator der Energie Steiermark und der K1 Group die Potenziale digitaler Plattformen und Ökosysteme für die heimische Wirtschaft.

Interdisziplinäre Forschung
Die Forscher*innen des Zentrums untersuchen wirtschaftswissenschaftliche Grundlagen digitaler Plattformen und Ökosysteme. Dabei verfolgen sie einen interdisziplinären Ansatz und vereinen drei zentrale Perspektiven. Aus der Sicht des strategischen Managements werden Wettbewerbsstrategien und die Entwicklung von Geschäftsmodellen im Kontext von PDEs betrachtet. Die Perspektive des Customer Managements fokussiert sich auf Fragen rund um Akzeptanz, Experience und Nutzerwahrnehmung. Aus Sicht des Brand Managements stellen PDEs besondere Anforderungen an Markenpositionierung, Identität und Bekanntheitsgrad.
Das übergeordnete Ziel der Forschung im Zentrum besteht darin, Österreich im internationalen Forschungsdiskurs zu Plattformen und digitalen Ökosystemen zu positionieren und zugleich den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu stärken.

Stimmen zur Eröffnung
Die Eröffnungsfeier bot Raum für Austausch, Ausblicke und persönliche Worte der Beteiligten.
„Das heute eröffnete Josef-Ressel-Zentrum für Plattformen und digitale Ökosysteme trägt dazu bei, dass Österreich nicht ausschließlich Anwender digitaler Lösungen ist, sondern dass Unternehmen vor Ort aktiv werden und eigenständig wirtschaftlich relevante Business-Cases entwickeln können.“
– Thomas Saghi, Vizepräsident der CDG und Abteilungsleiter Schlüsseltechnologien im BMWET
„Vorweg ist festzuhalten, dass ein Josef-Ressel-Zentrum nicht einfach vergeben wird. Es ist eine Auszeichnung für die bisher erbrachten Leistungen und zugleich ein Signal für die Zukunft, welche Stärke der Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Steiermark besitzt.“
– Willibald Ehrenhöfer, Landesrat für Wirtschaft, Arbeit, Finanzen, Wissenschaft und Forschung.
„In der gemeinsamen Arbeit mit der Forschung wollen wir ein Thema entwickeln, das Mehrwert für uns als Unternehmen schafft – vor allem aber für unsere Kundinnen und Kunden. Ziel ist es, eine Plattform zu gestalten, auf der sich Menschen wohlfühlen, Vertrauen aufbauen und sagen: Das gefällt mir. Wir möchten dazu aktiv beitragen, Teil dieses Projekts sein und freuen uns auf die Zusammenarbeit.“
– Helmut Konrad, Geschäftsführer K1 Group
„Die Idee, Menschen und Wirtschaft zusammenzuführen, ist fest im Gründungsverständnis von Raiffeisen verankert – denn genau daraus entsteht Mehrwert. Digitale Plattformen begreifen wir als Möglichkeit, gemeinsam mit Partnern echten Nutzen zu generieren. Dabei bringen wir unsere zentralen Leistungen ein und verknüpfen sie gezielt – im Sinne der Region, der Betriebe und der Menschen.“
– Johannes Derler, Bereichsleiter Unternehmenskommunikation & Marketing Raiffeisen-Landesbank Steiermark
„In Zukunft zählt nicht mehr die Rolle des reinen Dienstleisters oder Verkäufers. Entscheidend ist, dass Unternehmen gemeinsam als Unterstützer auftreten. Dafür braucht es neue Ansätze, mit denen wir als Plattformanbieter ganzheitliche Lösungen für unsere Kunden schaffen und über bestehende Grenzen hinausdenken können.“
– Thomas Wiedner, Head of next-incubator der Energie Steiermark