Der 119. Digitaldialog 2025 an der FH CAMPUS 02

Der 119. Digitaldialog 2025 an der FH CAMPUS 02

Am Dienstag, den 25. November 2025, fand der 119. Digitaldialog und damit der letzte Termin dieser Veranstaltungsreihe im Jahr 2025 an der FH CAMPUS 02 statt. Über 60 Teilnehmer*innen nutzten die Gelegenheit, um sich mit aktuellen Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Entrepreneurship auseinanderzusetzen. 

Unter dem Motto
„Die steirische Wissensschmiede – Vom Hörsaal zum erfolgreichen AI-Startup“
zeigte der Abend eindrucksvoll, wie praxisnahes Wissen, unternehmerischer Mut und technologische Innovation zusammenspielen können. 

 

Von der Hochschule in die unternehmerische Praxis 

Vier ausgewiesene Expert*innen gaben Einblicke in ihre Erfahrungen, Projekte und Learnings aus Forschung, Startup-Welt und Unternehmenspraxis: 

Die Vorträge spannten den Bogen von der Entwicklung erster Ideen im Hochschulumfeld über konkrete KI-Use-Cases bis hin zu strategischen Fragen rund um Organisation, Lehre und Unternehmertum. 

 

KI-Startup aus dem Hörsaal: Einblicke von AAAxAgents® 

Am Beispiel seines Unternehmens AAAxAgents® zeigte Benjamin Gigerl, wie der Weg vom Studium zum KI-Startup gelingen kann. Dabei wurde deutlich, dass Künstliche Intelligenz kein Selbstzweck ist, sondern nur dann echten Mehrwert schafft, wenn sie sinnvoll in Prozesse und Geschäftsmodelle eingebettet wird. 

Ein zentrales Thema war der Ansatz Human-in-the-Loop: Auch bei fortschreitender Automatisierung bleibt der Mensch entscheidend für Qualität, Verantwortung und nachhaltige Innovation. Ergänzt wurde der Vortrag durch eine Live-Demo von Enterprise-KI-Agenten, die Data-Science-Aufgaben autonom übernehmen können. 

Besonders für Studierende bot dieser Programmpunkt wertvolle Einblicke, unter anderem zu: 

  • der Bedeutung geeigneter Partner und Innovationsnetzwerke, 
  • einer klaren, gemeinsamen Vision, 
  • dem Aufbau eines interdisziplinären Teams, 
  • sowie der frühen Validierung von Kundenbedürfnissen. 

 

Generative KI in der Hochschullehre: Mehr als ein Gimmick 

Einen besonderen Blick auf die Rolle von KI in der akademischen Bildung warf Patrick Ratheiser (Leftshift One). Als Absolvent der Wirtschaftsinformatik an der FH CAMPUS 02 schloss sich mit seinem Auftritt beim Digitaldialog ein Kreis, diesmal mit deutlich mehr KI-Erfahrung im Gepäck. 

Im Mittelpunkt seiner Keynote stand die Frage,
wie Universitäten und Studierende Generative KI sinnvoll nutzen können, ohne in reine Gimmicks zu verfallen. 

Ein überzeugendes Praxisbeispiel lieferte die Zusammenarbeit zwischen der Universität Graz und Leftshift One. Daraus entstanden die Systeme uniGPT und studiGPT, die auf der MyGPT-Plattform von Leftshift One basieren. 

Diese Lösungen zeichnen sich insbesondere durch folgende Aspekte aus: 

  • Datensouveränität und vollständige DSGVO-Konformität, 
  • eine klare Ausrichtung auf die Anforderungen der Hochschulbildung, 
  • echten Mehrwert für Studierende, Lehrende und Verwaltung, 
  • sowie ein tiefes Verständnis universitärer Inhalte – statt einer bloßen Chatbot-Kopie. 

Die vorgestellten Systeme gelten als Blaupause für eine verantwortungsvolle und produktive Integration von KI in Lehre und Organisation. 

Das Fazit: KI wird das Unterrichten nicht ersetzen – aber sie wird prägen, wie moderne Hochschulen funktionieren. 

 

Struktur vor Technologie: KI sinnvoll in Prozesse integrieren 

Einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt setzte der gemeinsame Vortrag von Michael Amann-Langeder und Raphael Hackensöllner unter dem Titel:
„5 Schritte vom Unternehmensmodell zum KI-gestützten gelebten Prozess“. 

Die zentrale Botschaft: KI ist nicht die Lösung aller unternehmerischen Probleme, kann jedoch ein entscheidender Baustein auf dem Weg zur Lösung sein – vorausgesetzt, Ziele, Prozesse und Strukturen sind klar definiert. 

Anhand praxisnaher Beispiele wurde gezeigt, wie Unternehmen – unabhängig von ihrer Größe – 

  • Prozesse sichtbar und lebendig machen, 
  • Normen wie CSR, ISO 27001 oder NIS-2 effizient integrieren, 
  • Dokumentationen und Workflows intelligent verknüpfen 
  • und KI gezielt einsetzen können, um Abläufe nachhaltig in der Praxis zu verankern. 

Das Fazit dieses Vortrags brachte den Kern des Abends auf den Punkt:
Unternehmen brauchen keine „KI um jeden Preis“, sondern Struktur, Verständnis und den Mut, Prozesse wirklich zu leben. 

 

Raum für Austausch, Vernetzung und Diskussion 

Neben den fachlichen Impulsen bot der Digitaldialog viel Raum für Diskussion, Fragen und Networking. Studierende, Unternehmensvertreter*innen und Expert*innen nutzten die Plattform für einen offenen Austausch über Chancen, Grenzen und Zukunftsperspektiven von KI. 

Das positive Feedback der Teilnehmer*innen unterstreicht den Erfolg der Veranstaltung. Eindrücke, Kurzstatements und Highlights des Abends sind auch auf der Instagram-Seite @fhcampus02_iwi zu finden. Dort geben mehrere Reels authentische Einblicke in Inhalte und Atmosphäre des Digitaldialogs.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Speaker*innen, Partnern und Besucher*innen für ein weiteres erfolgreiches Digitaldialog-Jahr. 

Im Jahr 2026 geht es weiter – mit neuen Themen, frischen Perspektiven und spannenden Diskussionen. Bleiben Sie gespannt! 

 

Hinweis:
Der Digitaldialog ist eine Veranstaltungsreihe des Silicon Alps Cluster in Kooperation mit JOANNEUM RESEARCHFH CAMPUS 02IT Community Styria sowie der Carinthia University of Applied Sciences / Fachhochschule Kärnten.