Vom Hörsaal zu den ersten gemeinsamen Ideen
Alles begann am ersten Tag unseres Studiums. Wir kannten uns nicht, aber plötzlich saßen wir nebeneinander im Hörsaal – und irgendwie blieb das so. Gleiche Reihe, oft gleiche Projekte, immer wieder gemeinsame Aufgaben. Nicht geplant, einfach passiert, weil es gut funktionierte und Spaß machte. Damals waren unsere Vorstellungen recht simpel: Studium abschließen, einen guten Job bekommen und vielleicht irgendwann selbstständig werden. Rückblickend war diese Naivität Gold wert – sonst hätten wir viele Schritte nie gewagt.
Studium & Praxis: Was wir wirklich gelernt haben
An der CAMPUS 02 UAS lernten wir weniger, „ein Tool zu bedienen“, sondern vielmehr eine Denkweise: Probleme klar beschreiben, hinterfragen, nicht sofort in die erste Lösung springen und dann systematisch vorgehen.
Ab dem dritten Semester wurde das Studium dual, und wir hatten zwei sehr unterschiedliche Perspektiven: Mathias in einem KMU mit kurzen Wegen und viel Eigenverantwortung, ich in einem Großkonzern mit klaren Prozessen. Dieser Kontrast war wertvoll.
Parallel dazu starteten wir beide – zunächst unabhängig voneinander – erste Web-Dienstleistungen als Einzelunternehmer*innen. Viel Motivation, wenig Struktur, viel Ausprobieren. Aber wir merkten schnell: Wir wollten Verantwortung übernehmen und Probleme mit Software lösen.
Gründung von Webduett: Vom Masterprojekt zum Unternehmen
Während unseres Masterstudiums war es so weit: Wir gründeten Webduett. Ohne großen Businessplan, eher aus einem spontanen Telefonat, gegenseitigem „Hochhypen“ und einer gemeinsamen Vision. Empfehlungen und Vertrauen aus unserem Netzwerk gaben den Startschub.
Die ersten Jahre waren herausfordernd: Aufträge gab es, aber oft nicht genug. Preislich gingen wir häufig entgegen, um Referenzen aufzubauen. Ein Projekt aus dieser Anfangszeit zeigte besonders deutlich, dass wir den Aufwand unterschätzten, keine klaren Grenzen setzten und zu ungenau kalkulierten. Stressig – aber rückblickend eine wertvolle Lektion.
Nach etwa einem Jahr stellten wir unseren ersten Mitarbeiter*in ein. Nicht perfekt geplant, aber der richtige Schritt. Mit dem Team kamen Strukturen: Zuständigkeiten, Standards, Übergaben, Dokumentation und realistischere Timings. Heute haben wir über 50 Kundenprojekte umgesetzt – stabil wachsend, national und international, z. B. auch in den USA.
Heute: Produkte statt nur Projekte
Wir bauen weiterhin individuelle Weblösungen, denken inzwischen aber stärker in Produkten. Uns ist wichtiger geworden, dass unsere Lösungen im laufenden Betrieb echten Mehrwert bringen: weniger Aufwand, weniger Fehler, bessere Abläufe oder eine bessere User Experience.
Deshalb überlegen wir von Beginn an: Wer nutzt die Software? Wann? Wie? Und was soll sie konkret bringen? Dann bauen wir die erste Version präzise und verbessern sie gemeinsam mit den Nutzer*innen.
Lessons Learned: Mut, Verantwortung & Netzwerk
Rückblickend würden wir zwei Dinge früher ernster nehmen: mehr Zeit am Unternehmen arbeiten, statt nur im Unternehmen, und Scope sowie Änderungen klarer begrenzen. Alles andere würden wir wieder genauso machen: mutig sein, ausprobieren, Entscheidungen auch aus dem Bauch treffen und Verantwortung übernehmen.
Unsere wichtigste Erkenntnis: Unternehmertum verläuft nicht linear. Erfolge lassen sich nicht erzwingen. Beziehungen, Vertrauen und Selbstreflexion sind genauso wichtig wie Fachwissen. Das Studium an der CAMPUS 02 UAS war für uns nicht nur Ausbildung, sondern die Chance, Gleichgesinnte kennenzulernen und gemeinsam etwas zu starten.
Wir sind immer offen, mit Gleichgesinnten über Studium, Selbstständigkeit oder Unternehmertum zu sprechen – auf einen Kaffee oder abends auf ein Bier.
Rückblick & Ausblick: Würden wir den Weg wieder gehen?
Wir würden den Weg auf jeden Fall noch einmal gehen. Studium, erste Nebenprojekte und Gründung waren der perfekte Mix aus Lernen und Machen. Dinge, die wir heute anders machen würden? Früher Zeit fürs Unternehmen blocken, eine klare Positionierung, Vertrieb und Standards von Anfang an definieren und konsequent zu Projekten Nein sagen, die nicht passen oder deren Wert nicht erkannt wird. Das spart Stress und hält den Unternehmensfortschritt auf Kurs.